Gwennas Schweigen

Lilo Häfner Verlag

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Gwennas Schweigen

Gwennas Schweigen

Für die Männer ist sie die schönste Frau ihrer Zeit. Ihr Lehrer, der Druide Gwrtheyrn, hält sie für eine Auserwählte der Götter. Und ihre Feinde sehen in ihr eine Zauberin, vielleicht sogar eine Unirdische aus dem Reich der Elfen. Gwenna, Fürstin und Priesterin der Mediomatriker, lebt in einer undurchsichtigen Welt voller Intrigen, Verrat und Gewalt. Sie und die Menschen in ihrer Umgebung scheinen gefangen in einem tödlichen Netz und sie ahnen nicht einmal, wer dieses Netz spinnt. Gwennas Cousin und späterer Geliebter Arzhelus ist gezwungen, seine Heimat zu verlassen und sich als Söldner zu verdingen. Sein Freund, der zwergenhafte Barde Thevyainn, in dem manche einen Wechselbalg vermuten, begleitet ihn. Während ihrer abenteuerlichen Reise durch die keltischen Länder werden sie immer wieder mit mysteriösen Todesfällen und unaufgeklärten Morden konfrontiert und irgendwann fragen sie sich, ob Gwenna nicht doch weiß, wer die Fäden in der Hand hält. Aber die Fürstin schweigt. Lange … zu lange. Das Grab einer keltischen Adligen inspirierte den Autor zu diesem Roman. Sie lebte um 400 v. Chr. im heutigen Saarland, an der Blies, einem Nebenfluss der Saar. Die reiche Ausstattung der Grabkammer weist sie als Person von höchstem Stand aus. Das Einband-Foto zeigt einen Teil ihres erlesenen Schmucks, das Endstück eines Armreifs. Wir wissen nicht, wer die Figur, in der sich mediterrane Einflüsse widerspiegeln, geschaffen hat. Wir wissen auch nicht, wen oder was sie darstellt. So mag sie als Symbol gelten für das rätselhafte Volk der Kelten, das uns – obwohl es die Buchstaben kannte – leider kein schriftliches Zeugnis hinterließ, bevor es aus der Geschichte verschwand.

Leseprobe

Meryll und ein grobschlächtiger Kerl standen einander gegenüber und schrieen sich mit hochroten Gesichtern an. Worum es ging, weshalb ihr jäher Zorn entflammt war, wussten sie wahrscheinlich selbst nicht mehr. Thevyainn versuchte vergeblich, sie zu beschwichtigen. „Du blöde Sau“ kreischte Merryl und der andere spuckte ihm auf die Glatze und der Dicke schlug zu. Er musste sich strecken, um überhaupt hinaufzulangen zu dem wesentlich größeren Mann. Aber der Alkohol und die keltische Wut verliehen ihm die Kraft, seinem Gegner das Nasenbein zu zerschlagen. Es krachte durch die Halle, die inzwischen totenstill geworden war. Wie ein Wasserfall rauschte das Blut und überschwemmte den blonden Bart.

Stocksteif stand der Getroffene, den Kopf ein wenig nach vorne geneigt, als würde er jeden Moment umkippen. Doch nur das Trinkhorn entfiel seiner scheinbar kraftlosen Hand und schlug dumpf auf den Dielenboden. „Schade“, murmelte er, „gerade wollte ich einen heben auf den Schreck“. Ein paar Leute lachten unsicher. Dann langte der Kerl über Thevyainns Kopf. Hinter dem Barden stand Arzhelus, das Horn des Auerochsen an die Brust gedrückt. Unfähig sich zu rühren, starrte er die geschwollene Nase an, die wie eine unversiegbare Quelle sprudelte. Der Blutige entriss ihm das Horn und hob es über den Kopf. Er schwankte, drehte sich halb von Merryl weg, als wollte er auf Pallimachos losgehen. Und dann, als habe er es sich wieder anders überlegt, zerschmetterte er mit einem furchtbaren Schlag Merryls Schädel. Da verwandelte sich Thevyainn. Seine Züge, die ihm normalerweise ein eher komisches als hässliches Antlitz verliehen, verzerrten sich zu einer grausigen Fratze. Er schien zu wachsen, zu schweben. Die Augen sprühten Funken.

Dann schossen die langen Arme vor wie Tentakel, die Hände krümmten sich zu Krallen und umklammerten den Hals des Totschlägers. Erbarmungslos erdrosselte ihn der Furchtbare und ließ den schlaffen Körper zu Boden sinken.

Wie geistesabwesend, mit verwundertem Blick, betrachtete Clynis die Leiche ihres Mannes. Als erforsche sie einen fremden, nie gesehenen Gegenstand. Dann schrie sie wie ein Tier in Todesnot. Schrie und schrie, drehte sich plötzlich um und stürzte schreiend aus der Halle.

Pallimachos starrte ihr nach und dann, wie von einer Schur gezogen, setzte er sich in Bewegung. Er hatte kaum zwei Schritte getan, als ihn jemand anrempelte und an ihm vorüber hastete. Er blieb stehen und sah sich verlegen um. Niemand beachtete ihn in dem ungeheuren Tumult, der inzwischen ausgebrochen war. Trotzdem wagte er es nicht, Clynis nachzulaufen. Das hieße, sich offen zu ihr zu bekennen. Erst als Gwrtheyrn erschien und mit Donnerstimme Befehle erteilte, schob sich der Grieche durch die aufgeregte Menge zum Ausgang. Vor der Halle zögerte er einen winzigen Augenblick, sah hinüber zu Clynis‘ Haus, dann wandte er sich entschlossen nach rechts zum Stadttor, wo sein Wagen auf ihn wartete.

Presse

……Alles beginnt mit dem Manuskript des irischen Mönchs Konstantinus. Das dicht beschriebene Pergament über seine keltischen Vorfahren landet bei einem Metzer Flohmarkthändler. Dieser fiktive Fund ist Auftakt für „Gwennas Schweigen“, der neue üppige Keltenroman des bekannten Saarbrücker Autors Axel Herzog…inspiriert hat Herzog vor allem das Fürstinnengrab im Europ. Kulturpark Bliesbrück-Reinheim. Aus den Anregungen konzipierte er die sich durch ganz Europa ziehende Abenteuergeschichte, verknüpf mit einer Kriminalhandlung um eine unvermeidliche Entwicklung, die die Druiden aus Angst um Einfluss aufhalten wollen……

Saarbrücker Zeitung vom 7.3.2006

…..Der Roman ist immer dann am stärksten, wenn er das Leben der Menschen jener Zeit atmosphärisch abbildet oder wenn er, wie in den letzten Kapiteln das Spektrum erweitert und den Blick auf den Lauf der ganz großen Geschichte wirft…Wer sich für die Kelten interessiert und einen unterhaltsamen historischen Roman lesen möchte, dem sei Herzogs Buch empfohlen…..

Rheinpfalz Zweibrücken 30.6.2006

Preis: EUR 16,90 Bestellen >>